Lokalzeitung

Erde dreht sich um Polo-Achse

Unikat für das Woeste-Gymnasium

Hemer. Man nehme eine alte Polo-Hinterachse, das Scheibenwischergetriebe aus einem VW-Käfer, baue eine komplizierte Steuerelektronik, setze vor allem Erfindergeist und Idealismus ein und fertig ist ein Tellurium. Am Woeste-Gymnasium gibt es ein solches neues Demonstrationsgerät für die Bewegung von Erde und Mond um die Sonne - ein echtes Unikat, made am Woeste.

Ganz so einfach war der Bau natürlich nicht, das belegt schon die beinahme vierjährige Projektzeit. Ein Stand-Tellurium lässt sich in vielen Größen kaufen, Hemers Modell aber hängt an der Wand in der oberen Eingangshalle des Gymnasiums, und der Planeten-Arm hat einen Durchmesser von immerhin drei Metern. Größe und Konstruktion sind das Besondere.

Wilfried Boeker schuf in seiner Schlosserwerkstatt die mechanischen Grundlagen für das Modell. Die Mathe- und Physiklehrer Klaus Schreiber und Ulrich Müller-Immenkamp übernahmen die Konstruktion. So manchen Feiertag verbrachten sie im Physikraum, um die Steuerelektronik zu konzipieren und einzubauen. Dabei ging es nicht nur um Fragestellungen aus den Bereichen Astronomie, Informatik und Elektronik, sondern auch handwerkliches Geschick war als Schreiner, Schlosser und Designer gefragt. Damit die Uhr immer richtig geht, bedurfte es einer Computersteuerung mit Funkuhr. Auch das Bedienpult musste konstruiert werden. Die schwierige Aufgabe, ein passendes Programm für die Beziehungen zwischen Sonne, Erde und Mond zu schreiben, übernahm der ehemalige Woeste-Abiturient Konstantin Koll.

Das Ergebnis vereinter Kräfte kann nun im Gymnasium bestaunt werden. Hemers Tellurium zeigt aber nicht nur die Beleuchtung von Erde und Mond zu verschiedenen Zeiten. Der Rahmen, der das Tellurium umgibt, trägt eine Kalendereinteilung. Deshalb kann der Betrachter zusätzlich zum Sonnenstand und der augenblicklichen Mondposition Datum und Jahreszeit ablesen. Diese Funktion als Jahresuhr verdeutlichen auch vier Bilder, die Jonas Heimicke, Johannes Nguyen, Rachelle Verbruggen, Julia Küter und Elisa Nguyen aus der Kunst-AG entworfen haben.

Im Planetariumsbetrieb ist es möglich, ein bestimmtes Datum vorzuwählen. Erde und Mond werden dann automatisch in die dann herrschende Konstellation gefahren. Wer also wissen möchte, ob an seinem nächsten Hochzeitstag wieder Vollmond ist, der kann dies am Woeste-Tellurium nachsehen.

IKZ, Lokalteil Hemer, März 2004
Das Tellurium arbeitet mit DESKWORK als Betriebssystem.

Neuerung für DESKWORK

Hemer. Das vom Hemeraner Konstantin Koll entwickelte PC-Betriebssystem DESKWORK bietet eine Neuerung, die es laut Mitteilung noch nicht gibt. Mobiltelefone werden nahtlos ins System eingebunden, ohne dass zusätzliche Software installiert werden muss. Zusätzlich ist es möglich, die Adressdatenbank des Computers mit dem Telefonbuch des Handys abzugleichen. Der Informatikstudent verspricht auch, das Verschicken von SMS durch ein angeschlossenes Handy zu ermöglichen. „Man muss dann nicht mehr die kleinen Tasten am Telefon benutzen, sondern kann bequem auf seiner normalen Tastatur schreiben“, sagt Konstantin Koll. Auch eine Ortungsfunktion soll hinzukommen. Die Neuerung unterstützt derzeit nur das mobile Telefon Siemens S45. Weitere Telefone sollen dazukommen. DESKWORK gibt es kostenlos im Internet unter www.deskwork.de

IKZ, Lokalteil Hemer, Juni 2002

Virtuell: „Rettet das Point !“

Hemer. Vor etwa einem Jahr schloss das „Point One“ für immer die Pforten. Nachträglich kann die traditionsreiche Westiger Diskothek vor dem Aus bewahrt werden - zumindest virtuell im neuen Computerspiel von Konstantin Koll.

Seine kleine Softwarefirma hatte in der Fachwelt mit ihrem DESKWORK-Betriebssystem für Furore gesorgt. Koll hat es weiterentwickelt und kann jetzt auf eine große Fangemeinde bauen. Als ehemaliger „Point“-Gast hat er den Disko-Untergang in einem Jump'N'Run-Spiel verarbeitet. „Point One“ ist DESKWORK-Bestandteil und kann ab sofort kostenlos aus dem Internet geladen werden.

Die Band „Last Soul Stop“ soll ein Konzert im Point geben, aber der Tourbus mit den Instrumenten wird gestohlen. Mit den Konzerteinnahmen muss das Point gerettet werden; so suchen die Spieler Hemer nach den Instrumenten ab, aber überall lauern Gegner.

„Last Soul Stop“ gibt's tatsächlich: die Band gibt am 14. September 2001 ein Konzert bei der Wiedereröffnung des „KOMMA“ in Iserlohn.

IKZ, Lokalteil Hemer, September 2001

1100 Bestellungen für „DESKWORK“

Konstantin Koll ist Computerexperte

Hemer. (ara) Konstantin Koll hat Microsoft den Kampf angesagt. Seit einiger Zeit bietet der Woeste-Abiturient und Student an der Dortmunder Universität sein eigenes Betriebssystem „Deskwork“ an. Auf seiner Homepage www.deskwork.de stellt der junge Computerfreak aus Hemer sein vollständig alleine ausgearbeitetes Programm vor.

Bei „Deskwork“ handelt es sich grundsätzlich um ein DOS-Programm, bei dem aber DOS nur gebraucht wird, um das Betriebssystem zu laden. Schon als Kind begann Konstantin 1990, damals war er in der 6. Klasse, seinen Computer aufzurüsten. Sein Ziel zu der Zeit war es, lediglich den PC auszubauen und zu verbessern. Beigebracht hat sich der Hemeraner sein fundiertes Wissen, indem er Tricks aus Fachbüchern ausprobierte. So entwickelte sich „Deskwork“ von einem simplen Dateimanager, um den immer mehr herumgewachsen ist, zu einem Programm mit einem hohen Grad an Selbstständigkeit. Erstmals bei einer öffentlichen Präsentation vorgestellt wurde das Betriebssystem bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“ im Februar 1999.

Kurz darauf wurde Konstantin Koll zu einem Beitrag für das WDR-Einslive-Radio eingeladen. Auch nach einem Bericht in der IKZ-Beilage „Cocktail“ erhielt der junge Computerexperte viele Zuschriften und Briefe. Zu dem Zeitpunkt überlegte sich der Informatikstudent, ob es sich rentieren würde, „Deskwork“ marktreif zu machen. Gesagt, getan. Nach der Vorstellung seines Betriebssystems im WDR-Fernsehen (Computerclub) freute er sich über 300 Aufträge. Seit der ersten unerwarteten Nachfrage steigt das Interesse weiter. Bis Ende 1999 freuten sich Koll und sein Freund Martin Rusch, der für den Versand zuständig ist, über mehr als 1100 Bestellungen.

In ferner Zukunft möchte der Deskwork-Entwickler einen Internetzugang mit seinem Betriebssystem ermöglichen. Das Programm soll in der nächsten Version eventuell um Tabellenkalkulation und eine Terminplanungssoftware erweitert werden.

IKZ, Lokalteil Hemer, Februar 2000

System aus Hemer

Konstantin Koll bietet Alternative zu Windows

Sein Motto ist klar: „Windows95 - gesehen - gelacht - gelöscht“. Ein rotes Tuch ist Software aus Seattle für Konstantin Koll. Jetzt bietet der Hemeraner mit DESKWORK eine echte, kostengünstige Alternative an.

Konstantin Koll galt schon als Teenager als sehr technikbegeistert. Auch werkelte er bereits früh an Computern herum. Seit einiger Zeit nun wandelt der Informatikstudent auf den Pfaden von Software-Oberguru Bill Gates. Der Hemeraner mit heutigem Wohnsitz und Studienort Dortmund hat gemeinsam mit einigen Freunden, unter anderem Martin Rusch, Christina und Sabine Geck und Andreas Entrich, ein neues Betriebssystem entwickelt. Das Betriebssystem DESKWORK wird vielleicht schon in den nächsten Monaten den amerikanischen Machern von Windows mächtige Kopfschmerzen, Übelkeit und schlaflose Nächte bescheren, hofft Konstantin.

Schließlich sei das Programm von Konstantin Koll um Längen besser, loben Personen, die es bereits getestet haben. DESKWORK ist sehr leicht zu bedienen; im Enterprise-Look bietet es eine angenehme Optik, die leicht zu verstehen ist. Und Konstantin Koll ist felsenfest überzeugt: „Durch die durchdachte Programmierung ohne Schnörkel ist es absturzsicher. Die komplette Software ist integriert. Fehler von außen oder gar Viren haben keine Chance !“

Seine drei Ziele, die er sich zu Beginn seiner Zeit gesetzt hatte, hat er zumindest erfüllt. Der junge Informatiker hat ein Programm geschaffen, das nur minimale Anforderungen an die Hardware stellt, eine hohe Zuverlässigkeit besitzt und eine hohe Geschwindigkeit aufweist. Geschrieben hat Konstantin Koll sein Programm mit Assembler und Pascal. Das System ist eine Oberfläche für DOS, die aber um ein Vielfaches leichter zu handhaben sei, stellt der Student fest.

Über viele Verkäufe seines 25 Mark teuren Programms kann sich der junge Mann, der sein Abitur am Woeste-Gymnasium bestanden hat, bereits freuen. Nach Auftritten im „Computer Club“ beim WDR und beim inzwischen angesetzten „1Live-TV“ können Koll und sein kleines Team sich vor Anfragen kaum retten. Ob er tatsächlich einmal Microsoft vom Thron stößt, weiß niemand. Eine Alternative ist DESKWORK auf jeden Fall; Infos gibt's im Internet unter www.deskwork.de

B.Ü.
IKZ, Lokalteil Hemer, Oktober 1999

Von Informatikstudenten entwickelt

Betriebssystem aus Dortmund

Eine Gruppe junger Programmierer um den Dortmunder Informatikstudenten Konstantin Koll wandelt auf den Spuren von Bill Gates. Sie haben ein neues Betriebssystem entwickelt: DESKWORK.

Erfahrung im Programmieren sammelten die westfälischen Jungunternehmer mit Spielen und kleinen Hilfsprogrammen, die sie in ihrer Freizeit schrieben. Aus Spaß an der Freud begannen sie mit DESKWORK. Und weil sie alle Startrek-Fans sind, erscheint das Programm im Look der Bordcomputer der Enterprise.

Für nur 25 Mark Kaufpreis bietet DESKWORK den Käufern viel: es ist ein kinderleicht zu bedienendes Programm. Sämtliche Befehle sind in einem Baum angeordnet. Gerade PC-Neulinge haben weit weniger Probleme, sich im Betriebssystem zurechtzufinden. Zum Thema Sicherheit sagt Koll: „Durch die kompakte Programmierung ist DESKWORK absturzsicher. Weil die Software integriert ist, muss nichts zusätzlich installiert werden, Viren und Trojanische Pferde haben keine Chance.“

Zahlreiche Zusatzprogramme, die kostenlos enthalten sind, für Text und Grafik sowie Spiele machen das Paket umso attraktiver. Sogar ein 3D-Tool haben Koll & Co entwickelt. Mit ihm kann man komplexe chemische Moleküle darstellen oder räumliche Objekte berechnen - ohne 3D-Grafikkarte. Diese Funktionen machen DESKWORK gerade für Schüler und Studenten interessant. Der Clou: bereits auf einem Intel 386-SX mit 4 MB Arbeitsspeicher ist DESKWORK einsatzfähig. Alle Programme für DOS und Windows 3.xx laufen ohne Probleme unter DESKWORK.

Till Heidemann, WAZ
WAZ, September 1999

Bills Imperium wackelt

Dortmunder Computer-Freaks haben neues Betriebssystem entwickelt

Von Thomas Bolte

Bill Gates wünscht sich nichts sehnlicher, aber der Konkurrenzkampf der PC-Betriebssysteme ist noch längst nicht entschieden: nach Linux und BeOS eifert jetzt auch eine Handvoll junger Leute aus Dortmund dem reichsten Mann der Welt nach.

DESKWORK heißt ihr Betriebssystem, das vor allem die Festplatten älterer Rechner erobern soll. Auf seinem T-Shirt verkündet Konstantin Koll, der Kopf der Truppe, ganz unverholen, was er von dem übermächtigen Marktführer Microsoft hält: „Windows95 - gesehen - gelacht - gelöscht“.

Der 20jährige Computer-Freak studiert an der Dortmunder Universität Informatik im zweiten Semester. Seine Idee: überall werden alte Rechner ausgemustert, weil Windows auf ihnen nicht so recht laufen will. Warum also nicht ein Betriebssystem entwickeln, das nicht so hohe Anforderungen an die Hardware stellt ? Vielleicht eine wirkliche Marktlücke.

DESKWORK ist mehr als genügsam. Ab der Intel 386-SX Prozessorgeneration (8 MHz) ist die Software lauffähig. Mindestens 4 MB Arbeitsspeicher und rund 20 MB Festplattenspeicher sollten jedoch vorhanden sein. Genauso eine VGA-Grafikkarte.

Zu Konstantins Team gehören Martin Rusch (21), der den Vertrieb von DESKWORK organisiert, Sabine Geck (19), die das Betriebssystem unermüdlich auf noch verborgene Schwachstellen testet und Andreas Entrich (21), der in Dortmund Mathematik und Physik auf Lehramt studiert und an vielen Teilen von DESKWORK beteiligt war.

Natürlich haben die DESKWORK-Macher keine Werbemaschinerie wie Microsoft oder Linux hinter sich. Aber ein gutes Konzept und Qualität können auch überzeugen. Windows-Verächter Konstantin nennt eine Menge Gründe dafür, den Wechsel zu wagen.

Vorteil 1: DESKWORK ist sehr absturzsicher, da keine Komponenten extra installiert werden müssen. Dadurch haben Viren oder fehlerhafte Programme keine Chance.

Vorteil 2: DESKWORK hat keine Dateinamenbeschränkung wie DOS. Bis zu 31 Zeichen kann der Dateiname lang werden (DOS stellt nur acht Zeichen zur Verfügung).

Vorteil 3: einfache Dateiverwaltung. Es gibt keinen Verzeichnisbaum mehr, Dateien können nach vielen Kriterien geordnet werden. Vor allem Computer-Anfänger finden sich damit eher im Daten-Dschungel zurecht.

Vorteil 4: mitgelieferte Programme gehören automatisch dazu. So gibt es neben Spielen eine 3D- Schnittstelle, die ohne 3D-Grafikkarte räumliche Objekte berechnet und darstellt.

Vorteil 5: erprobte Bestandteile anderer Betriebssysteme wurden adaptiert, zum Beispiel Texteditor "EMacs" aus der Unix-Welt.

Vorteil 6: der Preis von 25 Mark plus Versand. So preiswert ist noch nicht einmal eine freie Linux- Distribution.

Wer mehr Infos braucht oder DESKWORK direkt bestellen möchte, sollte einmal die DESKWORK-Homepage ansurfen: http://www.deskwork.de

T!CKET, August 1999

Im Revier tüftelt neue Konkurrenz von Bill Gates

Von Sabine Tost

In einem halben Jahr soll ein neues Computerbetriebssystem auf den Markt kommen. Microsoft-Chef Bill Gates kann sich schon mal warm anziehen. An seinem Stuhlbein sägt ein 21jähriger Computerfreak aus Dortmund...

Wenn man Konstantin Koll Glauben schenken darf, dann war ein typischer Spätzünder. Erst mit zwei Jahren brabbelte er die ersten Sätze, schwimmen lernte er mit zehn, und um die Führerscheinprüfung zu bestehen, musste er sich vierzig Stunden hinters Steuer klemmen. Mit fehlender Intelligenz hatte das allerdings nichts zu tun. Vielleicht eher mit fehlendem Interesse. Das sparte sich der heute 21jährige Informatikstudent lieber für sein Lieblingshobby auf: Computer !

Diese Leidenschaft wurde geweckt, als an der Schule, an der sein Vater Rektor war, neue Computer angeschafft wurden; Konstantin durfte das Rechnernetz auch am Wochenende ausprobieren. Bereits im Alter von acht begann er, erste Dateien und Spiele zu programmieren. Mit 12 dachte er über die Schaffung eines eigenen Betriebssystems nach.

„Ich habe mich oft über Fehlermeldungen in den üblichen Betriebssystemen geärgert und darüber, dass mir der Computer so oft abstürzte. Tja, und da habe ich mir gedacht, schreib' doch einfach dein eigenes Programm, eines, das besser ist !“

Neun Jahre lang tüftelte der schlanke Student an seinem DESKWORK-System. Rund fünf Stunden täglich. Für die Schule riss er sich kein Bein aus: „Wenn es darum geht, etwas Neues zu lernen, bin ich eigentlich ganz langsam. Aber wenn ich einmal was kann, vergesse ich ziemlich wenig. Deshalb habe ich mich kaum auf die Abi-Klausuren vorbereitet, das konnte ich alles noch von früher. Und während die anderen gebüffelt haben, ging ich feiern !“

Konstantin schaffte sein Abitur trotzdem mit einem Notendurchschnitt von 1,8, „keine große Kunst, bei dem Bewertungssystem“, wie er bescheiden meint. Stolz ist er hingegen auf sein eigenes Betriebssystem, bei dem er von der ersten bis zur letzten Zeile alles selbst programmiert hat. „Ich habe mich bemüht, die Vorteile der bestehenden Systeme zu verbinden, ohne die Nachteile zu übernehmen. Mein System hat jetzt die Sicherheit im Umgang und Zugang zu den Dateien wie das auf größeren Rechnern erfolgreiche Unix- System und die Bedienerfreundlichkeit, die noch über die von Windows und Macintosh hinausgeht.“

Permanentes Abstürzen des PCs und irrwitzige Fehlermeldungen soll es bei DESKWORK nicht geben. „Mein System eigent sich für Leute, die nicht viel brauchen, die nur mal einen Text schreiben wollen, ohne viel Schnickschnack, einfach und sicher“, beschreibt Konstantin seine Zielgruppe, „allerdings ist mein System auch für solche Firmen oder Privatpersonen gedacht, die anderen Leuten den Zugriff auf bestimmte Dateien verwehren wollen. Durch das System der Benutzeraccounts kann man genau bestimmen, wer welchen Zugang zu welchen Programmen bekommt und wer nicht.“

Schulkollegen halfen bei den Grafiken

DESKWORK basiert auf dem DOS-System und beißt sich nicht mit den bisherigen Betriebssystemen. Das hat den Vorteil, dass Programme, die unter Windows laufen, weiter benutzt werden können. „Ich bin auch der Meinung, dass 3D-Grafikkarten nichts weiter als kommerzielle Abzockerei sind. Ich habe mein Programm so geschrieben, dass es mit einer ganz normalen VGA-Grafikkarte läuft, ohne 3D-Beschleunigung, und die 3D- Effekte funktionieren trotzdem wunderbar mit 36 Bildern pro Sekunde. Eignet sich prima, um virtuelle Landschaften zu kreieren“, erklärt Konstantin.

Ein bißchen Hilfe hatte der Informatikfreak bei seiner Programmierodyssee allerdings doch. Ein paar Schulkollegen halfen ihm, Grafiken zu zeichnen, die Sprachausgabe aufzunehmen und japanische und griechische Schriftzeichen einzuscannen. „Wenn jemand Japanisch kann, kann er das Wort in deutschen Buchstaben aufschreiben, und der Computer zeigt dann sofort das entsprechende Wort in japanischen Schriftzeichen.“ Doch das will Konstantin demnächst ändern.

25 Mark soll DESKWORK kosten, wenn es fertig ist, und das ist wahrscheinlich mitte bis Ende des Jahres der Fall. Auf die Frage, ob er denn ein zweiter Bill Gates werden will, schüttelt Konstantin energisch den Kopf. „Microsoft ist doch nur darauf aus, die Leute abzuzocken. Außerdem sind die Programme von minderer Qualität. Ich will es ja schließlich besser machen.“ Ob er so auch noch denken wird, wenn Computerfirmen ihm sein System für viel Geld abwerben wollen, sei dahingestellt. Aber vielleicht ist Konstantin ja in bezug auf Abzockerei auch ein Spätzünder. Schön wäre es ja.

WAZ, Juli 1999

Konstantin Koll arbeitet an neuer Oberfläche für Computer

19jähriger pfeift auf Windows

Hemer. (B.Ü.) Computer waren schon immer ein Fachgebiet. Jetzt stellte der 19jährige Konstantin Koll die Vorab-Version seines eigenen Betriebssystems "DESKWORK" vor.

Im Informatik-Unterricht in der neuten Klasse fiel dem damals 14jährigen auf, wie nicht nur seine Mitschüler hoffnungslos mit Rechnern verloren waren, „die sich als bedienungsfreundlich rühmen“. Windows95 oder Apple Macintosh - für viele Computernutzer eine Glaubensfrage, für den Hemeraner Computerfreak schon lange keine mehr.

„Ich habe mich schon immer darüber geärgert, dass Betriebssysteme genau in der Sekunde einfach 'abschmieren', also ausfallen, wenn man in einer wichtigen Arbeit steckt“, macht Koll seine Grundmotivation deutlich.

Bestes Beispiel hierzu: die Herstellung der Abi-Zeitung seiner Stufe im vergangenen Jahr. „Plötzlich meinte unser Computer, einen falschen Druckertreiber installieren zu müssen.“ Folge: dutzende von Seiten mussten noch einmal layoutet werden.

Grundfrage für Konstantin: wie programmiere ich eine Software, die nicht nur sicher arbeitet, sondern auch interessant ist ? Als großer Startrek-Fan kam der Computerfachmann schnell auf die Idee, eine Oberfläche zu programmieren, die der an Bord der Föderationsraumschiffe ähnelt. „Die positive Zukunft sollte jeder Nutzer auch in meinem Programm finden“, gesteht Konstantin Koll seinen Wunsch.

Drei Ziele hat sich der ehemalige Woeste-Schüler bei seinem System gesetzt: eine minimale Hardware- Anforderung, hohe Zuverlässigkeit und hohe Geschwindigkeit. Wenn DESKWORK komplett fertiggestellt ist, soll es verschiedene Merkmale aufweisen. Es darf nicht abstürzen, und das Programm muss sich schnell aufbauen.

Geschrieben hat Konstantin Koll seine Oberfläche mit den Programmiersprachen Assembler und Pascal. Die beiden Computersprachen hat er sich zu Hause selbst beigebracht. Nur bei Pascal hat ihm sein Vater, Realschulleiter Diether Koll, auf die Sprünge geholfen.

Das System ist eine Oberfläche für DOS, die aber im ein Vielfaches leichter zu handhaben sei, verspricht Konstantin. In der vergangenen Woche hat er sogar ein Bonbon eingebaut, das viele Nutzer als unglaublich betrachten. Durch das sogenannte „Echtzeit-Raytracing“ kann der Rechner in Echtzeit fotorealistische Bilder von dreidimensionalen Körpern berechen.

Noch ist der 19jährige, dem seine Freunde Sabine Geck, Andreas Entrich und Martin Rusch bei der Aufbereitung der Daten besonders unterstützen, mit der Fertigstellung seines Systems nicht fertig.

„Ich brauche noch ungefähr ein Jahr, bis ich das Programm auf den Markt bringen kann“, möchte Koll sein System nicht wie die großen Softwarehersteller unausgegoren auf den Markt werden.

Bei welcher Firma er es unterbringen wird, verrät Computerfreak Koll nicht. Zu verzwickt scheint ihm die Lage. Computerbegeisterte dürfen gespannt auf die erste Computer-Oberfläche aus Hemer sein, die vielleicht auch eine Chance auf dem Massenmarkt hat.

IKZ, Lokalteil Hemer, Mai 1998