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Grüße von der Enterprise

DESKWORK - das SciFi-DOS

Als Konstantin Koll sein Betriebssystem DESKWORK entwickelte, wollte er seine PC-Hardware einfach effizienter nutzen. Es entstand ein Softwarerenderer, der Raytracing auf einem Pentium 100 in Echtzeit ermöglichte. Damals, im tiefen DOS-Zeitalter, konnte DESKWORK schon Dateinamen mit 31 Zeichen verarbeiten. Um die Bedienung von Computern zu vereinfachen, stellte er für sich die Maxime auf, dass es für alle Aktionen genau eine Möglichkeit geben soll. In den folgenden Jahren fügte er dem Dateisystem Metafähigkeiten hinzu, so dass Dateien neben dem Dateinamen weitere Informationen wie Bildgröße und Auflösung enthalten können. Für den Benutzer werden die Dateien nach Inhaltsart „ausgesiebt“ und aufgeführt - Verzeichnisse existieren nicht. Im folgenden Interview erklärt Herr Koll sein Betriebssystem DESKWORK, das man kostenlos downloaden kann.

Kannst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen ?
Hallo liebe Technoids-Leser ! Ich bin Konstantin Koll, ein 26jähriger Informatik-Student aus Dortmund, der sich schon über 20 Jahre mit Computer beschäftigt (Sie haben richtig gelesen).

Wie bist Du darauf gekommen, Dein eigenes Betriebssystem auf Basis von MS-DOS zu machen ?
DOS ist doch gar nicht schlecht ! Es funktioniert nahezu perfekt, das Problem ist nur, es kann nicht viel. Also musste eine vernünftige Oberfläche her, und Windows 3.11 hat das Anfang der 1990er nicht geleistet. Anstatt rumzumeckern habe ich dann selbst Hand angelegt.

An DESKWORK hat mir vor allem die einheitliche, konsistente Benutzerführung gefallen. Was meinst Du, wie z.B. ein Bildbearbeitungsprogramm unter DESKWORK aussehen würde ?
Eine Bildbearbeitung ist auf jeden Fall geplant - und die würde im Prinzip auch nicht anders aussehen. Die DESKWORK-GUI schaltet ja je nach Programm zwischen Text- und Grafikmodus um, wobei die Fenster im Grafikmodus und im Textmodus identisch aussehen, so dass das nicht auffällt. Der Haken ist, dass es für Fenster im Grafikmodus noch keine Bildlaufleisten usw. gibt. Die müssten also extra programmiert werden - aber abgesehen von einiger Arbeit dürfte das kein Problem sein. Was es aber in einer Bildbearbeitung nicht geben wird, sind irgendwelche Toolbars mit Icons. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass ein anderer Entwurf ein gänzlich anderes Konzept vorsieht, bei dem das Fenster aufgeteilt wird zwischen dem Bild und einer Art Kontrolltafel. In anderen Bildbearbeitungen stört es mich nämlich, dass irgendwelche Fenster zum Einstellen von Helligkeit usw. immer das Bild verdecken.

Ähnlich wie BeOS/ZETA nutzt Dein Dateisystem Metainformationen und intelligente Suchmechanismen. Wie bist Du dazu inspiriert worden ?
1996 entstand die Idee, ganz auf Verzeichnisse zu verzichten, weil vor allem Einsteiger ihre Dateien „wild verstreuen“ und sie hinterher nicht mehr wiederfinden. Wenn man aber keine Verzeichnisse mehr hat, wird es schnell unübersichtlich, also kam als erstes eine strikte Ordnung nach Dateitypen. Später wurde das ganze umgebaut hin zu allgemeineren Suchmustern, in die dann eben auch die Metadaten moderner Dateiformate einbezogen werden können.

Könntest Du Dir vorstellen, DESKWORK mal als Tracker für BeOS basierte Systeme anzubieten ?
Nein, und zwar aus einfachen Gründen. Zunächst ist DESKWORK ja nicht nur ein Dateisystem, sondern bietet ja auch Programme und Applikationen. Und den Datei-Manager von DESKWORK zu portieren geht nicht, weil es unter beOS ja Verzeichnisse im Dateisystem gibt !

Im Internet trittst Du als Firma auf. Wird DESKWORK denn auch kommerziell genutzt ? Hast Du weitere „Angestellte“ ?
Natürlich ! Zunächst muss natürlich ein Gewerbeschein her, um das Finanzamt zu beruhigen. Angestellte haben wir nicht, zumindest nicht im klassischen Sinn. DESKWORK wird allerdings auch kommerziell genutzt und finanziert sich aus Spenden, es ist also Donationware. Von irgendwas muss man ja leben !

Ein Tribut an die MS-DOS-Basis ist nach wie vor fehlendes TCP/IP. Habt ihr jemanden gefunden, der TCP/IP implementiert oder sucht ihr noch ?
Das ist jetzt aber unfair - fehlendes TCP/IP hat ja nichts mit DOS zu tun ! Unter Linux, BeOS und Windows gäbe es auch kein TCP/IP, wenn niemand einen Treiber programmiert hätte. TCP/IP ist dabei gar nicht so unser Problem, es „hängt“ seit einiger Zeit an fehlenden Treibern für Netzwerkkarten, namentlich NE2000. Wenn wir die hätten, könnten wir TCP/IP programmieren und lokal testen.

Was planst Du für die Zukunft von DESKWORK ?
Truetype-Fonts, DivX, MPEG, USB und Bildbearbeitung sind zur Zeit „heiß“. Wenn ich Lust und eine gute Idee habe, gibt es vielleicht auch noch ein neues Spiel.

Die Oberfläche von DESKWORK erinnert an die „Leuchttafeln“ von Star Trek. Hat sich da schon mal jemand beschwert ?
Nein.

Wie würdest Du kurz und knapp schildern, was DESKWORK auszeichnet, und was es besser macht als andere Systeme ?
Es ist viel einfacher zu benutzen und läuft schon auf einem 386er.

Danke für das Interview und alles Gute für die Zukunft.
Danke !

Technoids, Ausgabe 7

DESKWORK - The Sci-fi in DOS

I just want to show you a great add-on for DOS, called DESKWORK. It's an operating system build upon DOS, just like older Windows versions were build upon DOS. It has been written by Konstantin Koll for several years now, who founded a small company called Mystic Bytes to produce DESKWORK.

Nice technical features DESKWORK uses its own filesystem which uses meta information. The filesystem itself doesn't use any directories or folders. Instead it shows always topic related data. That's a very cool way to work with your computer.

DESKWORK uses an intuitive interface like no one before. You can handle it with a few keys on your keyboard or with your mouse. Instead of a window based GUI, DESKWORK uses a list based GUI with written commands. You won't find many icons that no newbie would understand. All you get is just clear and understandable information, listed in a tree structure. Please have a look at for some screenshots to get the idea.

Usage

Beyond its technical aspects, DESKWORK can play audio and MP3 files/CDs, allows some basic support for playing videos (improvements are already on the way), play some small games, lets you write textes, renders 3D graphics in real-time and so on. You can access files from DOS filesystems and FAT32 by attaching files to DESKWORK. You can access another DESKWORK PC and some other devices. The things DESKWORK can do are highly integrated and of high quality. What it can't do is networking for now. Konstantin Koll is seeking for developers who can assist writing a TCP/IP stack and - even more important - drivers for networking devices.

Compatibility

Well, DESKWORK is a DOS based operating system. You need MS-DOS or a compatible DOS like the new DR-DOS (which can handle FAT32 and is recommended - see http://www.drdosprojects.de/). As an alternative, it can be installed on any DOS based Windows like 95 or 98. Beyond that, it runs on any i386 compatible PC. Yes, it can power up even an old 386sx machine. It supports a few printers and can print in raw text mode on an unknown printer. There are drivers to access a digital camera and the Rio MP3 Player. Also some goodies for SONY VAIO notebooks are integrated, like using a Jogdial or Memorysticks.

Pricing & Availability

At the moment DESKWORK is only available in German language, but there are even users who can't understand German using it. DESKWORK can be tested fully functional for free. If you want to use it permanently, you should make a donation - the product is donation ware. You can download the current version from http://www.deskwork.de/.

Installation

Most of the product is self-explaining so you can give it a quick look. Installation is simple. Download all of the DESKWORK files. Create a new folder on a DOS (FAT) partition and put all the files in that folder. Start with your DOS (or quit to DOS from Win9x), navigate to your DESKWORK folder and type "SETUP". After the installation you'll find a folder named "DW" on your Harddisk. Go to that Folder and type in "DW" to start DESKWORK. It's a good idea to look in the supported hardware list before you install.

Closing Comments

DESKWORK lacks of networking support and some more advanced applications. On the other hand, DESKWORK features a new way of accessing data, keeping the use of the data in mind. The truely easy to use interface makes it a unique piece of software. Everyone who is interested in alternative computing should take a closer look.

More Informartion

You should check out here for additional information (German only). There you will find the current version of DESKWORK for free download, too. You can use Babelfish for a simple translation.

osnews.com, April 2005

Oldtimer genügt

Als Jukebox kann man übrigens auch bereits Oldtimer-PCs ab 66 MHz verwenden. Hierfür reicht ein auf MS-DOS 6.x basierendes Programmpaket für 8 Euro ! Unter www.deskwork.de findet man das gleichnamige Betriebssystem, mit dem auch auf älteren Rechnern MP3s wiedergegeben werden können. Auch an eine Playlisten-Verwaltung wurde gedacht.

Andreas Scherer

Leserbrief in der c't, Februar 2003