Memorysticks

Als externes Speichermedium empfiehlt das DESKWORK-Team ausdrücklich die „Memorysticks“ der Firma Sony. Der Grund liegt darin, dass diese Medien (im Gegensatz zu PCMCIA-Festplatten oder dem IBM Microdrive) keine mechanischen Teile und eine robuste äußere Hülle haben. Ein Schreibschutz-Schalter und eine handliche Größe runden das Bild ab. Diese Übersicht soll Ihnen dabei helfen, die richtigen Medien anzuschaffen, ohne Geld für nicht benötigte Features auszugeben.

Zunächst ist zu beachten, dass die meisten Memorysticks in zwei Größen angeboten werden - damit ist hier allerdings nicht die Speicherkapazität, sondern die äußere Abmessung gemeint. Neben dem länglichen Standard-Memorystick werden viele Varianten auch als verkürzter Memorystick Duo oder Memorystick Micro angeboten, die in besonders kleinen Geräten wie Mobiltelefonen Verwendung finden. Mit einem Adapter können die kleinen Memorysticks jederzeit auf Standardgröße gebracht werden, um in anderen Geräten oder Kartenlesern betrieben zu werden:


Internes Memorystick-Laufwerk


Maße


Adapter für alle Memorystick Duo


Adapter für alle Memorystick Micro

Die zehn Kontakte eines Memorysticks zur Steuerung und Datenübertragung sind mit einem Controller verbunden, der seinerseits einen Flash-Speicher ansteuert. Durch den Controller ist es möglich, Daten seriell zu übertragen und erst nach Abschluss des Transfers einen Sektor im Flash-Speicher zu löschen und zu beschreiben. Dieses Design wird beim Öffnen eines Memorysticks offensichtlich:


Memorystick mit 16 MB

Aufgrund verschiedener Anwendungsgebiete für diese Medien und durch den technischen Fortschritt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Memorysticks, die sich in vier Familien einteilen lassen.


Familie 1 (alte Memorysticks)


PCMCIA-Adapter MSA-PC2

Dieses ist die ursprüngliche Memorystick-Familie, die natürlich voll kompatibel zu DESKWORK ist. Sie können im PC zum Beispiel mit dem PCMCIA-Adapter MSA-PC2 betrieben werden, wenn kein Memorystick-Slot vorhanden ist. Die Memorysticks dieser Familie waren die erste Variante, die im Handel erhältlich war; es gibt sie in einer Kapazität von 4 MB bis 128 MB. Diese Grenze hat ihre Ursache in der Verwendung von FAT12 als Dateisystem; viele ältere Sony-Geräte beherrschen FAT16 oder FAT32 noch nicht. Die Kontakte sind wie folgt belegt:

Belegung
1 VSS
2 BS
3  
4 DIO0
5  
6 INS
7  
8 CLK
9 VCC
10 VSS

Die Pins VSS und VCC versorgen den Memorystick mit Strom; Pins 1 und 10 sind elektrisch verbunden. Im Laufwerk sind die Kontakte für VSS, VCC und INS weiter vorne, so dass durch den früheren Kontakt mit INS das Einschieben eines Sticks erkannt werden kann. Die drei unbelegten Pins sind hochomig. DIO0 (Data I/O 0), BS (Bit Select) und CLK (Clock) übertragen Befehle und Daten zum Controller innerhalb des Sticks:




Die hellblauen Memorysticks stellen das Grundmodell dar.
 


Die weißen Memorysticks erweitern die Grundausführung mit dem „MagicGate“-Kopierschutz. MagicGate ist eine hardwarebasierte Verschlüsselung, bei der bestimmte Dateien codiert abgespeichert werden. Der Schlüssel wird dabei dem Memorystick entnommen, nachdem sich die Software per Challenge/Response authorisiert hat. Bestimmte Geräte, z.B. Sony Musikplayer, können die codierten Dateien dann wieder entschlüsseln - der Anwender hingegen nicht, so dass ein Tauschen von Musikdateien unterbunden wird. Andere Dateien, wie etwa aufgenommene Bilder, werden aber weiterhin unverschlüsselt abgespeichert:


Memorystick-Dateisystem
 
Die pinken Memorysticks gibt es nur mit 8 MB oder 16 MB Speicherplatz. Sie sind nur schwer erhältlich und nicht für den normalen Einsatz gedacht, obwohl sie natürlich auch in einer Digitalkamera funktionieren. Vielmehr wird die MagicGate-Verschlüsselung benutzt, um das Auslesen der Software für Aibo-Hunderoboter zu verhindern. Diese Memorysticks dürfen niemals formatiert werden, da die enthaltene Software sonst zerstört wird.
 
Die Begrenzung auf 128 MB hat ein Kuriosum hervorgebracht: es gibt nämlich einen Standard-Memorystick, der trotzdem 256 MB Speicherplatz bietet ! Das gelingt mit einem Umschalter, der jeweils eine von zwei Speicherbänken zu 128 MB auswählt. Das Sony-Marketing behauptet, dass sich dieser Memorystick besonders zum Katalogisieren und Ordnen eignet. Unserer Meinung nach ist diese Lösung allerdings aus purer Notwendigkeit erstanden - den Memorystick zum Umschalten aus dem Gerät zu nehmen ist nämlich sehr lästig.


Links der Umschalter für die Speicherbänke,
rechts der Schalter für den Schreibschutz


Familie 2 (alte Memorystick PRO)


PCMCIA-Adapter MSA-PC3

Um die Begrenzung auf 128 MB Speicher abzuschaffen, wurde eine neue Art Memorysticks entwickelt: der Memorystick PRO. Er ist ab einer Größe von 256 MB erhältlich und benutzt auch schnelleren Flash-Speicher als seine Vorgänger. Gerätem die einen Memorystick PRO benutzen können, können somit auch das FAT16- und FAT32-Dateisystem verwenden. Der verbesserte Flash-Speicher kann auch schneller angesprochen werden als bei den herkömmlichen Memorysticks, da nun nicht belegte Pins als Datenleitungen verwendet werden:

Belegung
1 VSS
2 BS
3 DIO1
4 DIO0
5 DIO2
6 INS
7 DIO3
8 CLK
9 VCC
10 VSS

Die vier Datenleitungen werden parallel verwendet, so dass ein Byte mit zwei anstatt acht Taktzyklen übertragen werden kann:




Durch die veränderte Addressierung und Ansteuerung ist der Memorystick PRO nicht mehr zu älteren Geräten kompatibel. Vor allem PDAs können aber durch ein Firmware-Update, das neue Hardware- und Dateisystem-Treiber enthält, auf die Memorystick PRO zugreifen. Außerdem bieten alle Memorystick PRO serienmäßig die MagicGate-Verschlüsselung.


Familie 3 (neue Memorysticks)


Adapter Memorystick Duo auf Compact Flash

Die Standard-Memorysticks der neuen Generation sind dunkelblau und stellen eine Mischform der ersten beiden Familien dar. Sie können in allen, also auch älteren, Geräten betrieben werden und sind standardmäßig mit der MagicGate-Verschlüsselung ausgestattet. Als Kuriosum ist für die Duo-Variante ein Adapter erhältlich, der den Einsatz von Memorystick Duo als Compact-Flash-Karte gestattet. Dieser Adapter erscheint zunächst recht unsinnig, da Compact-Flash-Karten meist günstiger sind als Memorysticks, aber wenn Sie bereits einen Memorystick Duo besitzen, erweitern Sie mit diesem Adapter seine Anwendungsmöglichkeiten.



Die neuen Memorysticks sind durchweg dem mit schnellem Flash-Speicher der Memorystick PRO ausgestattet. Die Ansteuerung kann dabei auf zwei Arten erfolgen: mit nur einer Datenleitung, um kompatibel zum ursprünglichen Memorystick zu sein, und mit 4 Datenleitungen in den Geräten, in denen ein Memorystick PRO betrieben werden kann. Nur die Kapazität bleibt auf 128 MB beschränkt.
 
Um in älteren Geräten schnellen Flash-Speicher in einer Größe von 256 MB nutzen zu können, wurde auch der „bewährte“ Memorystick mit Umschalter neu aufgelegt.


Familie 4 (neue Memorystick PRO)

Die neue Generation der Memorystick PRO gibt es als normale Variante und zusätzlich als „Highspeed“-Memorystick:





Hierbei handelt es sich um Memorystick PRO, die nur in neueren Geräten eingesetzt werden können und ab einer Kapazität von 256 MB (128 MB als Memorystick PRO Duo) erhältlich sind. Es werden jedoch robustere Speicherchips eingebaut, die den Betrieb zwischen -25°C und +85°C erlauben.
 


Die Highspeed-Memorysticks haben eine garantierte Schreibgeschwindigkeit von mindestens 15 MBit/s und eigenen sich damit vor allem für hochauflösende Filmaufnahmen.