Grafische Oberfläche

DESKWORK lässt sich ausschließlich über eine grafische Benutzeroberfläche steuern, da Kommandozeilen unserer Meinung nach ein abzuschaffender Anachronismus sind - zumindest für die tägliche Arbeit. Ein Betriebssystem, das so innovative Konzepte realisiert wie DESKWORK, benötigt natürlich auch eine entsprechend innovative Oberfläche.


Star Trek

Die grafische Oberfläche von DESKWORK ist sehr stark von der Fernsehserie „Star Trek - The next generation“ inspiriert, die in Deutschland als „Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert“ bekannt ist. Wenn man mehrere Folgen dieser Serie mit einer gewissen Offenheit anschaut und dabei nicht an etwas realitätsfremde Menschen denkt, die in schlechten Klingonen-Kostümen über irgendwelche Conventions spazieren, wird man feststellen, dass es sich um Science Fiction im eigentlichen Sinn handelt, denn Teile der fiktiven Technologie sind bereits mehr oder weniger Realität.

In den Sechzigern mag es geradezu utopisch ausgesehen haben, wenn ein gewisser Captain Kirk „Scotty, beam me up“ in ein kleines Handgerät spricht - die heutige Mobilfunk-Generation hält das schlichtweg für normal. Auch Technologien aus „The next generation“ haben ihren Weg ins Alltagsleben gefunden, wenn auch (noch) in etwas anderer Form. So haben die an Bord von Föderationsraumschiffen benutzen isolinearen Speicherchips eine große Ähnlichkeit mit heutigen Memorysticks. Letztere bestehen zwar aus Flash-Speicherchips, aber holografische Speicherkristalle funktionieren bereits im Labor und stellen auch in der Realität die Zukunft der Speichertechnik dar. Waren Mitte der Achtziger tablettartige Computer noch Zukunftsmusik, sind PDAs in allen Größen und Bauformen heute nichts Ungewöhnliches mehr.


Memorysticks im Vergleich mit fiktiven isolinearen Chips


PDA im Vergleich mit fiktivem PADD


Okudagramme


Erstellen eines Okudagramms aus Folien

Fertiges Okudagramm

Das Computerdesign für „Star Trek - The next generation“ wurde von Michael Okuda entworfen. Daher kommt auch der Name „Okudagramm“ für den von ihm erfundenen Grafikstil. Die Computerbildschirme der Kulisse wurden anfangs mit Tusche auf Folie gezeichnet, später am Computer erstellt und auf Folie ausgedruckt. Die schwarz/transparenten Folien wurden dann später mit bunter Folie hinterklebt, auf große Plexiglasscheiben aufgezogen und von hinten beleuchtet. Das Ergebnis ist ein überaus sauberer Hightech-Look der Konsolen.

Ein Leitmotiv der Okudagramme liegt darin, dass sie eine sehr einfache Organisation auch extrem komplexer Vorgänge nahelegen sollen. Das verleiht der Dramaturgie einer Science-Fiction-Serie eine gewisse Glaubwürdigkeit - weiter oben wurde gezeigt, dass die Fiktion von der Realität sogar schon teilweise eingeholt wurde.

Aus Programmiersicht bieten Okudagramme einen weiteren Vorteil: die großen, einfarbigen Flächen. Dadurch ist zur Darstellung auf dem Bildschirm kein aufwändiger Grafikmodus erforderlich, sondern die 512 möglichen Zeichen bei 16 Farben im VGA-Textmodus reichen aus. DESKWORK kann beim Verschieben eines Fensters auch auf einem alten 386er den Fensterinhalt darstellen ! Bei Bedarf (z.B. Spiele, Bilder, Videos) wird natürlich trotzdem ein geeigneter Grafikmodus eingeschaltet, angefangen von 320x200 bei 256 Farben bis hin zu hochauflösenden Echtfarbmodi.


Aufteilung der Oberfläche für den Textmodus

Der schwarze Hintergrund und die leuchtenden Farben von Okudagrammen wirken vor allem auf älteren Monitoren etwas grell. Deshalb kann unter DESKWORK aus einer breiten Palette von Bildschirmlayouts und -schriftarten gewählt werden. Der ursprüngliche Look von Okudagrammen kann dabei natürlich ebenfalls hergestellt werden:


Verschiedene Bildschirmlayouts

Übrigens: zur Würdigung des Erfinders trägt auch die Prozedur zum Zeichnen der Fensterrahmen mit allen Steuerelementen den Namen Okuda:


Prozedur Okuda im DESKWORK-Quellcode


Initialzündung

Den eigentlichen Anstoß, Okudagramme als GUI für ein neuartiges Betriebssystem zu verwenden, gab im Herbst 1995 eine Spielezeitschrift, in der eine Multimedia-Datenbank über Star Trek getestet wurde. Diese Datenbank hatte natürlich eine authentische Oberfläche, die in dem Artikel auch detailliert beschrieben wurde:


Der Artikel, mit dem alles anfing


Wir wollen etwas über den Wissenschaftler »Dr. Paul Stubbs« erfahren, der in der Folge »Die Macht der Naniten« mitspielt. Im Moment wissen wir aber weder seinen Namen noch die Folge, in der er mitspielt. Also aktivieren wir den Episoden-Modus, wählen »TNG« für »The Next Generation« und wählen den Suchmodus.

  Dann tippen wir »Naniten«, woraufhin die Datenbank in den Encyclopedia-Modus umschaltet und dort den Eintrag findet. Hier wird im Erklärungstext der Name der Folge gezeigt (»Evolution«, deutscher Titel: »Die Macht der Naniten«), den wir flugs anklicken.



Einen Moment später erscheint die gewünschte Information über die Folge. Hier erscheint auch der Name des Wissenschaftlers, den wir ebenfalls im Text anklicken.


Die entscheidende Stelle (Vergrößerung)


Touchscreens


Moderne Touchscreen-Oberfläche
Klicken Sie das Bild an, um das Video herunterzuladen. AVI-Format, Microsoft MPEG4 V3 & MP3

Fiktive Touchscreen-Oberfläche
Klicken Sie das Bild an, um das Video herunterzuladen. AVI-Format, Microsoft MPEG4 V2 & MP3

Im Bereich grafischer Oberflächen kündigt sich bereits der nächste Technologiesprung an, der ähnlich revolutionär werden wird wie die Einführung der Maus - nur besteht die Revolution darin, eben jenes Zeigegerät wieder loszuwerden. Die Rede ist hier von berührungsempfindlchen Bildschirmen, also Touchscreens, die eine Maus gänzlich überflüssig machen. Solche Bildschirme kennt man bereits von Kontoauszugsdruckern, Fahrkahrtenautomaten oder anderen Spezialanwendungen (z.B. in Airbus-Flugzeugen). Sie haben neben einem Anschluss für die Grafikkarte auch einen Anschluss für die serielle Schnittstelle, PS/2 oder USB und ersetzen somit die traditionelle Maus:



Anschlüsse eines Touchscreens

DESKWORK ist bereits auf Touchscreens vorbereitet, die eine Standardmaus simulieren, indem ein unsichtbarer Mauszeiger ausgewählt werden kann:


Unsichtbarer Mauszeiger


Weitere Informationen

In diesen Dokumenten finden Sie weiterführende Informationen zur DESKWORK-Oberfläche.

Wheel support in DOS real-mode mouse drivers
Stand: 19.03.2007
Neomagic MagicMedia 256 AV BIOS-Referenz INT 10h
Stand: 16.11.2008